Kaum werden die Tage kürzer und die erste Weihnachtsbeleuchtung wird aufgehängt, rollen bei uns im FabLab wieder die klassischen Saison-Anfragen ein: „Könnt ihr mir eine ganz spezielle Plätzchenausstecher-Form machen?“
Diesmal auf dem Wunschzettel: Eine 17 cm lange Plätzchenform in der Form des Gardasees! Herausforderung angenommen – ab an den 3D-Drucker.
Von Wikipedia zum 3D-Modell: Der Workflow
Aber wie setzt man so eine komplexe Form am schnellsten und saubersten als Plätzchenform um? Hier ist der mein Weg:
- Die Vorlage (SVG): Die Vektordatei der Uferlinie stammt direkt von Wikipedia. Da in der Datei noch Inseln und Ortschaften enthalten waren, haben wir die Vektorgrafik in Inkscape (https://inkscape.org/) kurz bereinigt, sodass nur noch die reine Silhouette übrig blieb.
- Das Problem mit OpenSCAD: Man könnte die SVG zwar direkt in OpenSCAD importieren und extrudieren. Aber eine wirklich scharfe Schnittkante oben und eine stabile Basis unten zu programmieren, erfordert einiges an Aufwand. (Obwohl: Die KI könnte das natürlich machen 🤔)
- Die Abkürzung – Cookiecad: Wir haben es uns einfach gemacht und das kostenlose Online-Tool Cookiecad genutzt (https://app.cookiecad.com/). Das Prinzip ist genial: Bild reinladen, Wandstärke, Höhe und Kantenform parametrieren und fertig ist der Ausstecher! Für den STL-Export muss man sich lediglich kurz registrieren.
- Das Stempel-Addon: Um den Teig sauber aus der Form zu bekommen, haben wir uns einen Stempel in OpenSCAD selbst dazu konstruiert. Das bietet Cookiecad nur in der Premiumversion.
Das Ergebnis
Ausdrucken, abwaschen, Teig ausrollen! Die Gardasee-Form samt Stempel liegt bereit und ist der beste Beweis dafür, wie genial sich Open-Source-Daten mit Open-Source-Programmen, smart gestalteten Webtools und 3D-Druck ergänzen.



